Sebastian Adam

Du bittest mich um ein Gespräch, ich kriege einen Affen

Währenddessen hatte ich kaum wirkliche Gedanken. Das passiert oft, dass ich mir nichts denke. Ich könnte allzuleicht behaupten, ich hätte mich schon währenddessen gefragt, welche Worte wohl notwendig gewesen wären, aber natürlich ist das Blödsinn. Erst hinterher beginnt das. Währenddessen versuchte ich nur, nicht auszurasten oder komplett zu verschwinden, in der Gegenwart zu bleiben, im Gespräch, ich versuchte der Sache eine ernsthafte Chance zu geben. Im Vorhinein hatte ich ewig darüber nachgedacht, um was es wohl gehen würde, was ich wohl sagen müsste, um die Sache zu retten; komischerweise dachte ich da schon, dass etwas gerettet werden müsste. Hinterher würde ich mich ewig fragen, ob oder was ich hätte sagen können. Vielleicht hätte ich mich fragen sollen, ob es etwas es zu retten gab. 

18:53 Uhr, es klingelte. Wir hatten 19 Uhr gesagt. Ich schrieb dir: falls du gerade geklingelt hast, ich ziehe mich noch schnell an. 19:01 Uhr öffnete ich die Haustür, du standest mit dem Rücken zu mir, sahst auf die Straße. Wir grüßten einander, du sagtest zu mir, sorry, du seist zu früh gewesen. Das war keine keine wirkliche Entschuldigung, daher brauchte ich sie auch nicht annehmen und es schien dir auch egal zu sein, ob ich sie annahm. Was man halt sagt, wenn man ein Gespräch beginnt. Es war kalt, der Wind zerrte über die riesig weiten Leipziger Gassen. Vielleicht war das eine Art, um miteinander wieder warm zu werden.

Du schlugst vor, wir könnten ins Rabet gehen und im Anschluss in den Elsapark. Ich sagte, ich müsse noch zu LE Späti gehen, eine Limo holen. Währenddessen erzähltest du mir von dem neuen und zweiten Job, den du angenommen hattest. Der neue Job sei auch der Grund dafür gewesen, dass du auf meine Frage, ob wir ein Bier trinken gingen, geantwortet hättest, mal sehen, wie unser Gespräch laufe, ob es einen Grund zu feiern gebe. Ich fragte mich, ob es richtig wäre zu sagen, dass wir beide wussten, dass der Job nicht der Grund war, sondern sicher eine Kränkung, die du aufgesammelt hattest, aber ich beließ es dabei. 

Es würde wohl besser sein, eine Limo zu kaufen wegen der Sache mit der Lesung, dachte ich. In LE roch es nach dem Chlorreiniger, mit denen sie die Kühlschränke auswischten und den Boden säuberten. Ich entschied mich für eine Limo mit dem Geschmack von Johannisbeeren. Sie passte eigentlich gar nicht zu der Kälte draußen, aber zu dem Gefühl von Sommer, das der Chlorgeruch hervorgerufen hatte. Wir querten die Straße, und liefen ins Rabet, während du mir weiter erzähltest vom neuen Job, wie du im Alltag zwischen den beiden Jobs hin und her … ich versuchte, interessiert zu bleiben, auf dich einzugehen, offen zu bleiben, fragte, was machst du da genau, usw. usf. und fragte mich, wann du wohl zur Sache kommen würdest. Ich wusste ja schon, es würde eine Sache geben.

Unvermittelt stoppst du, sagst, deswegen, deswegen habest du mich aber heute nicht treffen wollen, als hätte nur ich die ganze Zeit über deinen Job reden wollen. Aber gut, ich sage etwas, wie schieß los, oder hau raus, oder so. Vielleicht sprechen wir einfach alles durch und die Sache erledigt sich. Immerhin reden wir miteinander, anstatt den Groll einfach zu überdecken, aber dann fragst du, ob ich nicht wisse, worum es mir geht und ich lache, weil es sich anfühlt, als sei ich wieder in der kleinen Küche meines Stiefvaters, würde auf einem der kleinen grünen Hocker sitzen, meine Schwester neben mir, ein Erwachsener schreit uns an. Ich lache, weil ich weiß, dass ich nicht dort bin, sondern hier, andere Situation, andere Menschen, und es sich anfühlt, als würdest du einfach die Nummer meines Stiefvaters geben, was witzig ist, weil ihr beiden einen ähnlichen Dreitagebart habt.   

Ich habe keine Ahnung, was du meinen könntest und ich habe auch keine Lust zu raten. Du hattest nicht geschrieben, worum es geht. Du hattest gesagt, dass du mit mir reden wolltest. Vielleicht, weil ich mich nicht gemeldet hatte in den letzten Wochen, was darin endete, dass meine Schwester, meine Oma und ein anderer Freund bei mir sturmklingelten, um nachzufragen, ob alles okay sei? Ja, gerade war nur viel los gewesen. Ich hatte keine Kraft, mich zu melden, hatte ich meiner Schwester gesagt. Aber das kannst du doch auch schreiben, hatte sie gesagt. Stimmte schon, das hatte ich dann auch zugeben müssen. Nur hätte ich dann erklären müssen, wie es mir ging, und um das gut zu machen, richtig gut, hätte ich Energie investieren müssen, ich bildete mir ein, viel Energie. Dafür hatte ich keine Kraft, es war zu kalt, Dezember eben, und zu viel zu tun und zu viel los, sowieso. 

Verstehe ich, hatte sie gesagt. Schick einfach einen Smilie das nächste Mal, dann wisse sie Bescheid. Verstehe ich nicht, sagtest du, nein, es sei nicht deswegen. Nicht, weil ich mich nicht gemeldet habe, obwohl ich das wohl kaum ernst meinen könne, man könne sich ja wohl melden, und die Rückmeldung, die meine Freundin dir gegeben habe, sei ja wohl komplett daneben gewesen. Sie hatte mir die Nachricht ein paar Tage vor dem Treffen vorgelesen. Darin schrieb sie dir, ich sei gerade sehr gestresst wegen x und y, aber sie würde es mir ausrichten, dass du ihr geschrieben habest. Mir fiel nichts ein, woran man hätte Anstoß nehmen können.

Mir fiel auch nicht ein, worauf du hinauswolltest. Es half auch nicht, als du sagtest, ich wisse es wohl wirklich nicht, und ich solle mal darüber nachdenken. Denk mal drüber nach, sagtest du. Das hatte mein Stiefvater auch oft in der kleinen Küche zu uns gesagt, genau das. Wir liefen eine halbe Minute nebeneinander her, vielleicht eine. Ich sah einen anderen Freund abwinken, sagen, so eine Scheiße mach ich nicht mit, ich bin doch nicht zehn. In einer Anstandsminute kann man so viel machen. Ich sah auf mein Smartphone, um die Uhrzeit zu checken, aber registrierte die Zahlen nicht. Ich drehte mir eine Zigarette, sucht nach einem Feuerzeug in allen Taschen, fand endlich eins und zündete mir die Zigarette an und machte sogar mehrfach mhm hm mhm. Wenn ich irgendwas dazu sagen sollte, musstest du mir schon sagen, worum es ginge, gab ich zurück, nachdem eine halbwegs angemessene Zeitspanne vergangen war, und schob hinterher, ob es nochmal wegen der Sache mit der Lesung sei, dafür habe ich doch schon um Entschuldigung gebeten. Du lachtest zum ersten Mal an diesem Abend. Die Lesung, die Lesung sei nur eines von drei Vorkommnissen gewesen. Daran würde ich mich ja wohl erinnern. An die anderen Sachen nicht? 

Ich will nicht allzu pseudo-philosophisch daherkommen – ich lachte, als du das sagtest –, aber woher – fragte ich –, sollte ich wissen, woran ich mich erinnern solle, wenn ich nicht wisse, worum es ginge. Wir waren gerade erst auf der Höhe des Volleyballfeldes angekommen, wo ich jahrelang im Sommer immer mit einer anderen Freundin gesessen war. Die Freundin war mittlerweile weggezogen. Mir fiel auf, dass du nicht rauchtest, das hattest du dir scheinbar noch mehr abgewöhnt. An sich war das nicht sonderlich erstaunlich, ich kann mich nur nicht mehr erinnern, was du mit deinen Händen getan hast. Wahrscheinlich hast du sie in den Manteltaschen vergraben. Ich merke, ich ziehe den Moment, an dem wir am Volleyballfeld vorbeilaufen, auseinander. Du sagst etwas darüber, dass die Sachen, um die es dir ginge, schon vor Monaten vorgekommen seien. Du habest Sachen gesagt, weil es mehrmals vorgekommen sei. Du hättest es nicht bemerkt oder nicht einschätzen können, warum es dich beschäftigt habe. Ich sei schon immer ein wenig so gewesen, aber das sei schon anders gewesen, eine andere Qualität. Im Laufe der Monate habest du dich immer wieder gefragt, warum ich so etwas zu dir sagen würde, was die Gründe dafür sein könnten, einen Freund so zu behandeln. 

Mir fiel auf, dass ich schon zweimal auf mein Smartphone gesehen hatte, ohne die Uhrzeit zu registrieren, die auf dem Display stand. Wir bogen rechts ab auf die Rundbahn im Rabet. Ich fragte, worum es denn gehe und du fuhrst fort, das erste Mal sei im April gewesen, das zweite Mal im September. Wir seien auf dem Balkon gewesen mit Marie und Tomas und einem meiner Mitbewohner, das sei aber nachmittags gewesen, nicht abends wie sonst. Das andere Mal, das sei dann aber in der Kneipe gewesen. Ich erinnerte mich zumindest grob an den Nachmittag, was ich auch zugab. Wir hatten den Nachmittag spontan bei uns auf dem Balkon verbracht, weil es eben ein sehr warmer Apriltag gewesen war und unser Nordbalkon an diesem verfrühten Sommertag wie sonst auch im Sommer gute Dienste tat. Was da vorgefallen war, daran konnte ich mich nicht mehr erinnern (Eine Beleidigung oder Zurücksetzung, sicher). Du sahst mich an, ehrlich erstaunt. Wie ich mich daran nicht erinnern könnte. Ich fragte, wie ich mich erinnern solle, wenn ich nicht wisse, woran ich mich erinnern solle. Wir stießen halb ineinander, weil ich der Kurve der Rundbahn nach rechts folgen wollte, während du nach links zogst. Du sagtest, lass uns runter in den Elsapark. Wir verließen das Rabet, querten die Straße, die Treppe runter in den Elsapark, während du versuchtest zu erklären, was passiert war. 

Du sagst es auf eine komplizierte Art und Weise, die mehrere Minuten dauert und die ich nur so zusammenfassen kann: Ich habe mich abfällig über deinen Arbeitgeber geäußert, was du als Angriff auf deine Person ansiehst.  

Wir queren auch den Elsapark, laufen die Elsastraße entlang, werden dann in die Margaretenstraße einbiegen und die Reclamstraße, um wieder im Rabet zu landen. Dieses Mal nehme ich mir meine Minute, um wirklich nachzudenken. Ich habe keine wirklich gute Meinung von deinem Arbeitgeber. Natürlich ist dein Arbeitgeber auch nicht wirklich schlechter, als viele andere, aber es ist eben ein Arbeitgeber, der seine Mitarbeiter ungleich bezahlt, sie feuert, wenn sie sich organisieren, gerade sp schlechte Produkte anbietet, wie sich verkaufen lassen, etc. Also nicht anders als andere, sondern 1 zu 1 das Playbook der Kapitalisten. Ich kann mich nur nicht erinnern, das dir gegenüber jemals geäußert zu haben. 

Wir bogen von der Elsastraße in die Margaretenstraße ein, ich versuchte immer noch zu verarbeiten, was du gerade gesagt hattest, sagte, dass ich mich daran nicht erinnern könne, was du damit kontertest, ich würde dir die Erfahrung absprechen. Ich winkte ab. Das hatte ich nicht gesagt und auch nicht sagen wollen. Ich hatte vorher an Toni gedacht, denken müssen an den Streit, den du mit ihm gehabt hattest wegen einer Nichtigkeit, die du nicht einmal mir gegenüber beschreiben konntest oder wolltest, der O-Ton war ungefähr, dass ich dich ganz schon schön in Bedrängnis bringen würde, wenn du mir das jetzt auch noch erklären müsstest. Du hattest nicht einmal Toni gesagt, was dich gestört oder verletzt hatte, sondern darauf beharrt, er hätte es wissen müssen. Die Ironie war wohl, dass ich gedacht hatte, von so etwas ausgenommen zu sein. Du sahst auf die Straße, die Hände gestikulierten, sagtest, das sei das Gleiche wie damals mit Toni gewesen, worauf ich einwarf, mir sei bis heute nicht klar geworden, was das Problem damals gewesen sei mit Toni, ich hatte immerhin Monate auf dich eingeredet, das mit ihm zu klären, aber damals wie jetzt wehrst du das ab. 

Du lachst, wie ein Autolicht aufblendet. Du sagst, du hättest keinen Bedarf, die Sache mit Toni zu  klären, er sei halt nicht dein Freund. Wahrscheinlich sind wir beide in diesem Moment furchtbar entsetzt. Ich darüber, dass du Toni rausschmeißt, er nach all den Jahren kein Freund mehr ist, weil es dir für das Argument in den Kram passt, oder weil es wirklich so ist und mir erst jetzt auffällt, du bist wohl entsetzt darüber, dass ich genau wie Toni nicht checke, was in dir vorgeht. Also bin ich auch kein Freund? Dein Lachen blendet ab. Ich frage, wie du das nach all den Jahren sagen kannst, über Toni, und du sagst, dass du sowas schon erwartet habest von mir, um ehrlich zu sein, du habest fast erwartet, dass ich es nicht einsehen würde, dass ich mich dahinter würde verstecken, mich nicht zu erinnern. Meine Finger tun weh, als ich mir eine weitere Zigarette drehe, Tabak bröselt auf den Bürgersteig, weil die Finger so steif sind vom Wind. Ich sage, dass ich mich nicht hinter meiner fehlenden Erinnerung verstecken wolle, aber jetzt winkst du ab, du seist dran. Ich zünde die Zigarette an. Du sagst, ich hätte immer allen gefallen wollen im Studium, während du immer deinen eigenen Weg gegangen seist. Du sagst, dass Freunde sich erinnern würden, sich nicht übereinander lustig machten, du würdest schließlich auch nicht darüber lachen, dass ich mit Anfang Dreißig noch keinen richtigen Job habe. 

Wieder waren wir im Rabet angekommen, ich drehte mir eine weitere Zigarette. Ob ich jetzt auch mal reden dürfte, fragte ich. Du sagtest, du bätest darum. Was das Problem daran sei, fragte ich, nicht mit allen Streit anfangen zu wollen. Wenn mich jemand auf der Straße anrempelte und ein Sorry das Einzige sei, das uns von einem Streit trennen würde, dann würde ich das sagen, egal, ob ich wüsste, dass die Person mich provoziert habe, gerade weil ich halt wusste, wie cholerisch ich war. Das sei doch auch eine Respektsache, sagte ich, und das sei dir doch so wichtig, Respekt zu zeigen, wie du seit einer Weile so oft sagen würdest. Es sei eben kein moralischer Akt, etwas vergessen zu haben, wenn man es wirklich vergessen habe. Ich würde ja nicht sagen, dass es nicht stimmte, was du gesagt hättest, sondern nur, dass ich mich leider nicht daran erinnern könne. Und letzten Endes sei es mir egal, dass ich Anfang Dreißig sei und keinen richtigen Job habe, ich fände das tatsächlich großartig an mir. Darüber, sagte ich, könne er sich gern lustig machen, ich wolle ja nicht mal einen richtigen Job haben, wenn man mich nicht dazu zwang, und selbst dann würde ich wohl nach einem Ausweg suchen. 

Ich kam auf die Sache mit deinem Arbeitgeber zurück, sagte, um auf die Sache mit deinem Arbeitgeber zurückzukommen, was du mit einem endlich quittierest. Ich sah dich an, was ich, wie mir auffiel, noch nicht oft getan hatte in dem Gespräch. Waren wir keine Freunde? Ob ich jetzt auch mal ausreden dürfe – ja, wenn ich endlich was sagte, statt mich nur rauszureden – Ich verstand die Feindseligkeit nicht. Ich hatte nicht gesagt, dass ich mich nicht erinnern könnte, um anzudeuten, was du gesagt habest, sei unwahr. Es sei mehr Bedauern gewesen. Vielleicht habe ich mich abfällig über deinen Arbeitgeber geäußert, ich wolle das gar nicht abstreiten, immerhin fände ich den Arbeitgeber auch recht doof. Warum dich das jucken würde, würde ich nicht verstehen, sagte ich, also, woher die Identifikation mit dem jetzt komme, das verstünde ich eben nicht, ich habe immer gedacht, das sei doch nur ein Arbeitgeber, aber das sei hier ja nicht wirklich wichtig. Wichtig sei, dass es mir Leid tue, wenn das so passiert sei, woran ich mich eben nicht erinnern könne, aber ich würde ihm das glauben und deshalb um Entschuldigung bitten. 

Wir waren zwischenzeitlich wieder auf die Rundbahn am Rabet eingebogen. Unter uns krochen die Markierungen auf der Bahn vorbei. 750 m, 800 m, 850 m. Wir erreichten die Stelle, an der wir vorher abgebogen waren. Ich würde deine Erfahrung verneine, sagtest du, genau wie Toni. Ich lachte, das hatte ich nicht gesagt, ob du mir zuhören würdest. Ich würde halt nur Schmarrn reden, sagtest du, ganz ehrlich habest du mehr erwartet, aber sowas in der Art schon befürchtet. Bei Toni sei es ja nicht anders gewesen. Ich fragte ihn, was er hören wolle, wenn ich mich nicht erinnern könne, dann könne ich doch nur das sagen, dass ich mich nicht erinnerte, aber das es mir aufrichtig Leid tat und ich um Entschuldigung bäte. Ob ich mich denn an die Lesung erinnerte, fragtest du und lachtest, den Vorfall auf der Lesung. 900 m. Natürlich erinnerte ich mich an die Lesung, wir hatten uns ganz am Anfang des Gesprächs ja bereits darüber unterhalten, sagte ich, und ich hatte auch damals schon um Entschuldigung gebeten, worauf du gesagt hattest, es sei schon okay, vor allem, da du bald ohnehin nicht mehr in der gleichen Stadt wohnen würdest. Aber immerhin hattest du da nicht drei bis acht Monate gewartet, sagte ich, um die Sache anzusprechen. 

Mir fiel auf, dass auch du mich praktisch kaum angesehen hattest in unserem Gespräch, ich hätte das sonst wenigsten aus den Augenwinkeln mitbekommen. Wir umrundeten das Klettergerüst, kamen an die Stelle, kurz vor dem Spielplatz, an der die Rundbahn absackte. Du fragtest mich, was ich zu der Lesung sagen würde. Das war legitim. Ich hatte mich damals nicht erklärt, weil ich die Entschuldigung nicht mit einer Erklärung hatte verwässern wollen. Ich glaube, sagte ich, ich war bei der Lesung einfach gereizt darüber, wieder reingezogen – Reingezogen? Was soll das heißen? – worden zu sein. Du hattest, entgegnete ich, dieses Ding abgezogen, wo es erst hieß, heute trinke ich nicht, dann doch: heute trinke ich. Trink halt einfach, aber sei so ehrlich, hatte ich mir gedacht. Erst hattest du mich vor der Lesung angesprochen, dass du wieder kein Geld dabei hast, was mich schon so genervt hatte, weil du fast nie Geld dabei hattest und das doch kein Problem war, weil ich meistens welches dabei hatte. Dann wolltest du es nicht nehmen, wie oft, warst dann aber dankbar, meintest, du würdest es mir bald schicken, was du eh immer spätestens am nächsten Tag getan hattest, weshalb ich mir dachte, nagut, klar kannst du das Geld haben. Erst willst du das Geld für eine Limo haben, wie du sagst, dann stehen wir ewig an, schaffen es rein und an die Theke und du sagst aus zwei Metern Entfernung zu mir vor allen Leuten, ach, heute, heute trinke ich doch eins und ich war einfach genervt davon, was ich aber nicht gut mitgeschnitten habe im Moment, und dann ist mir das halt rausgerutscht, dass ich nicht dein Therapeut bin, dass du das nicht mit mir abklären müsstest. 

950 m. Du entgegnest, dass du das leise – Leise? Das haben alle gehört! – zu mir gesagt hättest, im Vertrauen eben, und dass ich dich dann vor allen niedergemacht hätte damit. Jahrelang hatte ich mir angehört, heute trinke ich nichts, ach, ups, heute trinke ich doch, sagte ich, da ist mir ein Witz – So respektlos! – rausgerutscht, es tut mir Leid, aber ich könne die Scheiße über Respekt nicht mehr hören, wenn du bei jeder Kleinigkeit selbst völlig respektlos aus der Haut fahren würdest. Erst würdest du andere reizen, wie damals in dem Späti, und als wir dann rausgeworfen wurden, warfst du dem Typen, dem der verdammte Laden gehörte und den du gereizt hattest, selbst Respektlosigkeit vor. Du findest es typisch, sagst du, dass ich dich jetzt so angreifen würde, während ich zu den Vorfällen immer noch nichts gesagt hätte, ob da noch was komme. 

Ich könne, sagte ich, dir nur glauben, dass das wirklich passiert sei und um Entschuldigung bitten, glauben, dass du eben nicht völlig überreagieren würdest, wie du es z.B. bei Toni getan hattest. Dass ich so weit gehen würde, sagtest du, hättest du nie gedacht. Was du dir gedacht habest, fragte ich, was heute passieren würde. Ob du gedacht hättest, ich würde direkt buckeln, sagen, oh bitte bitte, verzeih mir, du hast recht, ich habe einen Fehler gemacht. Ich sei, sagte ich, bereit anzuerkennen, dass ich etwas falsch gemacht habe, auch, wenn ich mich daran nicht erinnern könne, weil es bequemlicherweise Monate her sei und du es erst jetzt, jetzt auf einmal, rauskramen würdest. Ob ich bitte meine Stimme nicht gegen dich erheben könnte, sagtest du, und wie respektlos ich wäre. Ich resignierte, fragte wieder, was du heute hattest hören wollen. Warum ich so respektlos sei, gabst du zurück.

1000 m. Start | Ende. Wir sind am Spielplatz vorbeigelaufen zwischen der Schule und dem Hort durch, laufen über den Parkplatz. Einhundertfünfzig Meter entfernt von meiner Haustür. Ich frage dich, ob du nüchtern bist. Erst lachst du, dann fällt dir das Lachen aus dem Gesicht. Du sagst, du würdest seit Monaten kaum noch kiffen, fast gar kein Alkohol trinken. Das ist sicher gut für dich, sage ich, und dass mich das freut. Du wüsstest nicht, sagst du, warum ich das jetzt anbringen würde. Ich sage deinen Namen, sage, wie oft ich in den letzten Jahren nachts bei dir gesessen bin, weil es dir nicht gut ging, oft, weil du von etwas Zuviel genommen hattest, wie du zu mir gesagt hast, morgen, morgen ändere ich mein Leben, nur, damit es dann am nächsten Tag wieder alles vergessen war. Es ging dann doch wieder. Nichts an dir lacht noch. Warum ich das jetzt anbringe, fragst du. Weil, sage ich, weil du dich anhörst, als hättest du gerade eine Episode. Ich habe dich jahrelang unterstützt, habe immer zu dir gehalten. Jetzt kommst du an mit Sachen, die vor Monaten passiert sind, an die ich mich halt nicht erinnern kann, für die ich um Entschuldigung bitte, nur versuche zu erklären, woher es gekommen sein könnte, während du mir permanent ins Wort fällst, aber es dir verbittest, wenn ich dir reinrede.

Du sagst, du wüsstest nicht, ob das noch Sinn ergäbe, gerade, das Gespräch. Du hättest echt gedacht, dass wir miteinander reden könnten – Über was eigentlich? –, dass ich so unerwachsen sei – Wer ist hier unerwachsen? –, hättest du nicht erwartet, aber immerhin habe Marie letztens, als du bei ihr gewesen seist, schon darauf angespielt, wie manipulativ ich – Sicher hat sie das gesagt, haha – sei, aber das hier, das, das sei halt echt nochmal eine ganz neue Nummer, ganz andere 

Es sind noch fünfzig Meter bis zu meiner Wohnung. Ich zeige dir den Mittelfinger und gehe, damit ich mich nicht vergesse, während du mir Dinge hinterherrufst, die mich wohl reizen sollen. Ich kann nicht behaupten, es würde nicht funktionieren.

19:23 Uhr. Ich rufe Marie an, die eine kleine Weihnachtsfeier mit Freunden feiert, und sage, dass du und ich gerade geredet haben, dass wir keine Freunde mehr sind, dass ich mich beinah vergessen hätte, einmal wirklich, und dass es für dich perfekt gewesen wäre, wenn ich mich vergessen hätte. Ich weine. Ich frage sie, ob sie gesagt hätte, dass ich ein manipulativer Mensch sei. 

Oh, honey, sagt sie, Warte, ich sag Carla und Tomas, dass sie sich mal kurz allein beschäftigen sollen. Also, was ist passiert? 

Lara Waas

You ask for a talk, I just about lose it

In the moment, I didn’t really have any thoughts. That happens a lot—that I just don’t think anything. I could easily pretend I was already wondering what words might be necessary, but that would be nonsense. The thinking only starts afterward. In the moment, I was just trying not to freak out or completely disappear, trying to stay present, stay in the conversation, trying to actually give it a real shot. I had spent forever beforehand wondering what it might be about, what I could say to save it; funny how I already thought something needed saving. Later, I’d spend forever wondering what I could or should have said. Maybe I should’ve asked myself whether there was even anything to save.

6:53 p.m.—the doorbell rang. We’d said 7. I texted you: if that was you, I’m just getting dressed real quick. At 7:01 I opened the door. You were standing with your back to me, looking at the street. We greeted each other. You said sorry for being early, but it wasn’t a real apology, so I didn’t need to accept it, and anyway, you didn’t seem to care whether I did. Just one of those things people say at the start of a conversation. It was cold, the wind whipped down the wide Leipzig streets. Maybe a way to warm up to each other again.

You suggested we go to Rabet, then afterward to Elsapark. I said I needed to stop by LE Späti and grab a soda. On the way, you told me about your new and second job. That job, you said, was the reason why, when I asked if we should grab a beer, you’d said it depends on how our conversation goes, whether there’s something to celebrate. I wondered if it was fair to say that we both knew the job wasn’t the real reason, that it was more likely because of some wound you’d been nursing. But I let it be.

A soda was probably better anyway, because of the thing when we went to the movies, I thought. LE smelled like bleach they use to wipe down the fridges and clean the floors. I picked a blackcurrant soda. It didn’t match the cold outside at all, but it fit the feeling of summer the bleach smell triggered. We crossed the street and entered Rabet while you kept talking about the job, how you juggled your days from one to the … I tried to stay interested, to stay attentive, asking what exactly you did, and so and so forth, all the while wondering when you’d finally get to the point. I already knew there would be a point.

You stop suddenly and say, that’s not why you wanted to meet today—like I’d been the one who wanted to talk about your job. Fine, I say something like go on, or let’s hear it, or something. Maybe if we just talk it all out, it’ll resolve itself. At least we are talking instead of pretending everything is fine. But then you ask if I don’t know what this is about and I laugh, because it feels like I am back in my stepdad’s tiny kitchen, sitting on one of the little green stools, my sister beside me, an adult yelling at us. I laugh because I knew I’m not there, I’m here, different situation, different people, but it feels like you are channeling him, which is funny, because you both have that same three-day stubble.

I have no idea what you mean, and I don’t feel like guessing. You hadn’t texted me what it was about. You’d just said you wanted to talk to me. Maybe because I hadn’t been in touch in weeks, which led to my sister, my grandma, even another friend ringing my doorbell nonstop to check if I was okay? Yes, there was just a lot going on at the moment. I just didn’t have the energy, I told my sister. She’d said, well, you could’ve just texted that. True, I had to admit. But then I would’ve had to explain how I was doing—and to do that well, really well, that would’ve required energy. A lot of it, or so I told myself. And I didn’t have it. It was too cold, December. Too much to do and too much going on, anyway.

I get it, she said. Just send a smiley next time so I know. I don’t get it, you said, no, it was not because of that. Not because I hadn’t called, although that could not be taken seriously anyway, of course I could write. And the message my girlfriend sent you on my behalf had been totally off. She’d read it to me a few days before our meeting. She told you I was stressed because of x and y, but that she’d let me know you’d written. I couldn’t imagine what was wrong with the text.

I couldn’t imagine what you were getting at either. It didn’t help when you said, so you really don’t know, huh? Think about it, you said. That’s what my stepdad always used to say too, exactly that: think about it. We walked side by side for half a minute, maybe a full minute. I pictured another friend of mine waving this off, saying, I’m not doing this crap, I’m not ten years old anymore. You can do so much in a minute of forced politeness. I looked at my phone to check the time but didn’t process the numbers. I rolled a cigarette, searched all my pockets for a lighter, finally found one, lit up the cigarette, made some mhm hm mhm. If you wanted me to say something about the matter, I said after we walked for an appropriate amount of time, you had to tell me what this was about. I added, was this still about the thing with the movies, because I already apologized for that. You laughed for the first time that evening. What happened at the movies, you said, was just one of three incidents. Surely I remembered the movies. Didn’t I remember the others?

I don’t want to sound all pseudo-philosophical—you laughed when I said that—but how was I supposed to know what to remember if I didn’t know what this was about? We were just passing the volleyball court, where I’d spent so many summers with another friend. She’d moved away since. I noticed you weren’t smoking. Apparently, you’d kicked the habit. Not shocking, I just couldn’t remember what you did with your hands instead. Probably kept them in your coat pockets. I realize I’m stretching out the moment we passed the volleyball court. You said the things that bothered you happened months ago. That you mentioned them because it had happened multiple times. You hadn’t noticed them then or hadn’t understood why it got to you. That I’d always been a bit like that, but this was something else, something of a different quality. Over the months, you asked yourself over and over the reasons I would treat a friend like that.

I noticed I’d checked my phone twice without registering the time. We turned right onto the circular track in Rabet. I asked what exactly this was about and you continued the first time had been in April, the second in September. We’d been on the balcony with Marie and Tomas and one of my roommates, but it had been in the afternoon, not the evening like usual. The other time, that had been at a bar. I vaguely remembered the afternoon, which I admitted. It had been spontaneous, the weather unseasonably warm, and our north-facing balcony had done its job. But what happened that day—I couldn’t remember (an insult or affront, probably.) You looked at me, genuinely surprised. How could I not remember? I asked again: how could I remember if I didn’t know what I was supposed to be remembering? We almost bumped into each other because I tried to follow the curve of the track to the right, while you pulled left. You said let’s go down to Elsapark. We left Rabet, crossed the street, headed down the stairs, as you tried to explain what had happened.

You explain it in a roundabout way that takes several minutes, and the only real summary is: I said something dismissive about your employer, which you took as a personal attack.

We keep walking through Elsapark, down Elsastraße, then turn onto Margaretenstraße and Reclamstraße to end up back at Rabet. This time, I actually give myself a minute to think. I don’t have a positive view of your employer. Sure, they’re not worse than a lot of others, but they’re still an employer who pays people unequally, fires them if they unionize, pushes products as long as they sell, and so on. Classic capitalist playbook. But I don’t remember ever saying that to you.

We turned from Elsastraße into Margaretenstraße. I was still trying to process what you’d said. I told you I couldn’t remember saying it, and you shot back that I was denying your experience. I waved it off. That’s not what I said or meant. I’d been thinking about Toni, about the fight you had with her over something so minor you were unable or unwilling to explain it even to me. You’d said, roughly, that I would really drag you through some distress if you had to explain that to me now, too. You never even told Toni what had bothered you—you insisted she should’ve just known. The irony, I guess, was that I thought I was exempt from that. You looked down the street, gestured with your hands, said this was just like what happened with Toni. I said I still didn’t understand what the issue with her had been. I’d spent months urging you to talk it out, but just like now, you fend it off.

You laugh the way a car light flashes. You say you don’t need to talk it out with Toni, she isn’t your friend. I think we are both shocked by that, in different ways. I am shocked you’d just drop her like that after all those years, just because it suits your argument, or worse, because it is actually true and I’d only just realized it. And you, maybe you are shocked that I, like Toni, didn’t get what was going on inside you. So am I not your friend either? Your laughter fades. I ask how you could say something like that about Toni after all those years. You say that, to be honest, you’d kind of expected this from me, that I wouldn’t take responsibility, that I’d hide behind not remembering. My fingers ache as I roll another cigarette. Tobacco crumbles onto the sidewalk, my fingers stiff from the wind. I say I wasn’t trying to hide behind not remembering. But now you wave me off—your turn. I light the cigarette. You say I’d always wanted to be liked by everyone during our studies, while you’d always gone your own way. Friends remember things, you say. Friends don’t make fun of each other. You didn’t laugh at the fact that I still don’t have a proper job in my early thirties.

Back at Rabet, I rolled another cigarette. Can I say something now? I asked. You said you’d appreciate it. What’s so wrong, I asked, with not wanting to start a fight with everyone? If someone bumps into me on the street and a simple “sorry” is all it takes to avoid a fight, I’ll say it, even if I know they did it on purpose. Especially because I know how hot-headed I am. That’s about respect, I said. And showing respect is apparently so important to you, as you’ve been saying so often lately. Forgetting something isn’t a moral failing if you truly forgot. I wasn’t denying what you said happened—I just, unfortunately, couldn’t remember it. And as for not having a proper job, I honestly think that’s great. Go ahead and laugh. I don’t even want a proper job unless someone forces me into one, and even then, I’d probably look for a way out.

I came back to the employer thing. I said, about your employer—finally, you said. I looked at you, which I realized I hadn’t done much during this entire conversation. Were we not friends? Could I finish a sentence now—yes, if I’d stop dodging and actually say something. I didn’t understand the hostility. I hadn’t said I didn’t remember as a way of denying what happened and what you said untrue. It was really regret. Maybe I had said something dismissive about your employer. I didn’t want to deny it. I do think your employer sucks. I just didn’t get why it upset you so much, why the identification with your employer now? I always thought it was just an employer, but that’s not the point. The point is, if I really did say that, and it hurt you, and I don’t remember it—I still believe you. And I’m sorry.

We were looping back onto the circular track at Rabet. The markings slid past beneath our feet. 750 meters. 800 meters. 850 meters. We reached the spot where we’d turned earlier. You said I was denying your experience, just like Toni. I laughed. That’s not what I said, were you even listening? You said I was talking nonsense. Truly, you’d expected more, but you’d expected something of the sorts. Toni was the same. I asked what you wanted me to say. If I didn’t remember, all I could do was say I didn’t remember—but that I was sincerely sorry. Did I remember the movies, you asked, and laughed, the thing that happened at the movies. 900 meters. Of course I remembered. We’d already talked about it at the beginning of our conversation. I’d apologized back then, too. You’d said it was okay, especially since you were not going to live in this city much longer. At least you hadn’t waited three to eight months to bring it up, I said.

I noticed you hadn’t really looked at me much during our conversation either. I usually would’ve caught your look in my peripheral vision. We walked around the climbing frame, came to the dip in the track near the playground. You asked what I had to say about the movies. Fair question. I hadn’t explained myself at the time because I didn’t want to water down the apology with an explanation. I think, I said, I was just irritated. Irritated at being dragged back in—Dragged in? What’s that supposed to mean?—into the same thing again. You’d pulled that move where you said you weren’t drinking that night, then changed your mind last minute: today I’ll drink. Just drink, I’d thought, but just be honest. Before the movies, you said you didn’t have money, again, which annoyed me, not because you almost never had any on you, but that was no problem, because I had money on me pretty much all the time. And then you’d refused it, like always, then thanked me, said you’d send it soon, which you always did, so it was fine with me. First you want the money for a lemonade, as you’d said, then we stood in line forever, and from two meters away you say to me, in front of everyone, you know, actually, today I’ll have a drink and I was just annoyed, and then it just slipped out, that I’m not your therapist, you don’t need to clear that with me.

950 meters. You say you’d said it quietly—Quietly? Everyone heard!—in confidence, and I’d humiliated you in front of everyone. I say, for years I’ve heard no drinking tonight—oops, actually, never mind, tonight I’m drinking. So yeah, it slipped out. A joke—So disrespectful!—I’m sorry, but I can’t listen to all this talk about respect when you blow up over every little thing, being disrespectful yourself. You provoke people, like that time in the Café, and then when we got kicked out, you blamed the guy who owned the stupid shop for being disrespectful. You say it was typical of me, attacking you like this, still not addressing the original incidents, was I ever going to?

I can only say, I told you, that I believe you and that I’m sorry. That I trust you’re not overreacting as you’ve done with, for example, Toni. You said you never thought I’d go that far. What did you think, I asked, would happen today? That I’d fall to my knees and say, oh, please, please forgive me, you’re right, I have made a mistake. I’m willing to admit I did make a mistake, even if I don’t remember it because, conveniently, it happened months ago, and you’re only now, all of a sudden, bringing it up. Please don’t raise your voice against me, you said. That it’s so disrespectful of me. I gave up and asked again, what did you want to hear today? Why am I so disrespectful, you answered.

1000 m. Start | Finish. We passed the playground between the school and daycare, crossed the parking lot. 150 meters from my apartment. I ask if you are sober. First you laugh, then the laugh falls from your face. You say you’d barely done anything in months. That’s probably great for you, I say. I’m glad to hear it. You say you don’t know why I am bringing that up now. I say your name. I say how many nights I’d sat with you over the years, when you weren’t okay, often because you’d taken too much of something. How you’d told me, tomorrow, tomorrow, I’ll turn my life around. And how the next day everything would be the same. It always went on. Nothing about you is laughing anymore. Why bring that up now, you ask. Because, I say, you sound like you’re having an episode. I’ve supported you for years, always stood by you. Now you’re coming at me with things from months ago that I can’t remember, but I’m apologizing anyway, trying to explain where it might’ve come from. And every time I speak, you interrupt me, but demand I don’t interrupt you.

You say you don’t know if it still makes any sense, having this conversation. You’d really thought we could talk—About what, exactly?—and you hadn’t expected me to be this immature—Who’s immature here?—but Marie had already hinted, apparently, how manipulative I am—Of course she’d said that, haha—but this, this was a whole new level, a whole new one.

Only fifty meters left to my apartment. I give you the finger and walk away, so I wouldn’t lose myself, truly lose myself, while you shout things after me, trying to get a rise. And I must say it works.

7:23 p.m. I call Marie, who is throwing a little Christmas party with friends, and tell her that you and I just talked, we’re not friends anymore, I almost lost myself, truly lost myself once, and if I had, that would’ve suited you just fine. I cry. I asked if she’d really said I was manipulative.

Oh, honey, she says. Hold on, let me tell Carla and Tomas to keep themselves busy for a sec. So, what happened?