I.
Taubenschatten
auf der grauen Hauswand,
verlieren sich
Blick ins eisstrahlende Blau
gefriert sich
unter die wärmenden Wollschichten hindurch –
Wo sind meine Taubenflügel?
Die sich flugs davonstehlen können
In die kühlen Lüfte eines unverhofften Sonnenhimmels
und doch schattiert in mir zurückbleiben
Gefroren, erleuchtet, verloren, zerleuchtet
Tauben nehmt mich mit
Schattenflügel
Erhört mich
II.
Versucht, einen Fluss der Sprache zu eröffnen, mich einer strömenden Hoffnung hinzugeben, mich in einem Wirbel zu verausgaben und all der Verwirrung ein Gewitter entgegenzusetzen. Gähnende Klüfte des Fallens zu bezwingen, dabei durch alles und jeden zu stürmen
Aus allen Wolken fallen, in alle Wolken fallen
Durch meine Fingerspitzen gleitet der Strom, mich mühsam suchend hinterlassend, aufgeladen, hoch spannend, wohin mit mir? Versucht, ein Tor zu öffnen, dessen Licht mich blendet und umarmt, dessen Arme sich eng um mich klammern, mich dort behalten, das Licht riechend, die Genesung schmeckend.
Versucht. Und versuche ich doch
III.
Fuchtelnde Versuche nach Gerechtigkeit, fast erfasst – jetzt nur noch aussteigen.
Das geht gegen den Strich.
Mit Müh und Not wird beharrt, balancierend verbissen, das gleiche Gewicht über Bord geworfen.
Einiges fällt, aber das ist doch nicht schlimm, das mache ich doch auch immer!
Ich streiche mit Sanftmut den Weg.
Caroline Antony
untitled
I.
Pigeonshadow
on the sallow house wall,
losing
peak into icestreaming blue
freezing
under the wavering wool sheets into–
Where are my pigeonwings?
That could flightily steal away
In the cool airs of an untamed sunheaven
And yet stay shadowed behind in me
Frozen, elucidated, forgotten, illuminated
Pigeons take me with
Shadowwings
Hear me.
II.
Attempt, to open up a river of speech, to deliver me to a streaming yearning, to expend me toward a turning and set all the uncertain against a thundering. To conquer yawning chasms, to storm through everyone and everything.
To fall from all clouds, falling into all clouds
The electricity glides through my fingertips, tediously searching me abandoned, charged up, highly suspenseful, whereto with me? Attempt, to open a gate, whose light blinds and surrounds me, whose arms clamp tightly around me, keep me there, the light scented, the recovery savored.
Attempt. And yet I tempt
III.
Fluttering attempts for justice, about faced – now just disembark.
That goes against the grain.
Insistent with effort and need, ruggedly juggled, the same weight thrown overboard.
Some things fall, but that’s not so bad, I always do that too!
I pave the way with softcourage.
Alexandra Bentzien
untitled